Presse

E-Mail vom 30. März 2014

Liebe Melitta,
ich wollte Dir gerne noch eine Rückmeldung zu gestern Abend geben:
Ich finde es wirklich berührend, wie Du erzählst. Die Ernsthaftigkeit und Tiefe und gleichzeitig Freude, mit der Du die Bilder und Geschehnisse der Märchen aussprichst, gibt ihnen eine starke Kraft und Realität. Das bewirkt, dass das Erzählte wirklich eine tiefe Schicht in den Menschen erreichen kann. Das wird noch verstärkt dadurch, dass Du es schaffst, so unmittelbar und echt zu erzählen und in einem lebendigen Kontakt mit den Zuhörern und gleichzeitig mit dem Erzählten zu sein. Und so viel Wärme und Erlebniskraft ist dabei spürbar...
- Also, mach unbedingt weiter, damit Deine Gabe unter die Menschen kommt!  Diese Qualität wird heute (und hier) so dringend gebraucht.
Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder bei einem Seminar oder anderswo.
Liebe Grüße und alles Gute für Deinen weiteren Weg mit den Märchen,
B.


vom Juni 2014

Melitta Schad erzählt gestenreich die Märchen ihrer Kindheit.

In der Stube des Zaisenhausener Bauernhauses im Hohenloher Freilandmuseum ist es mucksmäuschenstill. Mehrere Generationen haben es sich auf den alten Bänken und Stühlen bequem gemacht. Erwartungsvoll blicken sie auf Melitta Schad, die zahlreiche Volksmärchen aus ihrem Mutterland Siebenbürgen im Gepäck hat.  In ihrer eigenen Mundart beginnt sie zu erzählen, entführt die Besucher in mystische Welten voller Zauber und Wunder. Ihre Stimme wechselt ständig, ihre Erzählungen unterstreicht sie mit Mimik und Gestik. Da ist die Königstochter, die von einem Drachen in der Flammenburg gefangen gehalten wird. Ein Hirtenknabe will sie retten und ein Stier, der einen goldenen Stern auf der Stirn hat, hilft ihm. Jeden Tag hatte das Tier bis zum 20. Geburtstag des Jünglings auf der Himmelswiese goldene Sternenblumen gefressen. Abenteuerlich wird es, als das ungleiche Duo ein hohes Gebirge und ein stürmisches Meer überwinden muss. Der Stier setzt seine magischen Kräfte ein. Aber nur mit dem eisernen Schwert des Königs kann der Jüngling den zwölfköpfigen Drachen enthaupten und die schöne Prinzessin retten. Es gelingt ihm mit einem Schwerthieb, und die Königstochter ist so glücklich, dass sie ihren Retter heiratet. "Das war schön", ruft ein kleines Mädchen begeistert. Melitta Schad gibt ihr Lieblingsmärchen zum Besten. Es handelt vom schwarzen Kater Mitzpuf, der von seiner alten Besitzerin in den Wald geschickt wurde, um sich selbst Nahrung zu suchen. Die Zuhörer haben viel zu lachen, als die Märchenerzählerin aus dem kleinen Kater ein kleines Ungeheuer werden lässt, das ein Pferd erlegt hat und dieses nun verspeist.